FAQ

Fragen an die Hundeschule:

Wie finde ich eine gute Hundeschule?

Es gibt viele Methoden, einen Hund zu erziehen oder eben halt auch zu vernichten. Schauen Sie z.B. ohne Hund beim Unterricht zu, stellen Fragen und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, um die richtige Hundeschule für Ihren Liebling und sich selbst zu finden. Schauen Sie sich um! Wie wird gearbeitet?

Werden "Alphawurf", Leinenrucke oder andere harte Methoden angewandt? Dann gehen Sie ganz schnell wieder weg.

Heute weiss man, dass man mit tierfreundlichen Methoden einen Hund schneller und besser erziehen und ausbilden kann!Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Stimmen Sie nur den Dingen zu, die Sie auch für gut befinden. Schlafen Sie lieber nochmal drüber und schauen Sie sich weiter um.

Wie alt soll mein Hund sein, wenn ich in die Hundeschule gehe?

So jung wie möglich. Denn junge Hunde lernen über positive Verstärkung sehr schnell und gewöhnen sich so auch weniger Verhaltensweisen an, die uns (später) dann nicht mehr gefallen. Lernen findet immer und überall statt. Bedenken Sie: Wenn Sie einen Monat lang nicht mit Ihren Liebling trainieren, ist es so, als ob Ihr Kind ein Jahr Schule verpasst hätte.

Wann ist mein Hund zu alt für die Hundeschule?

Ein Hund ist nie zu alt für die Hundeschule. Vielleicht lassen Sie es einfach etwas langsamer angehen. Aus eigener Erfahrung mit Oldies weiss ich, dass auch sie noch gerne neue Tricks lernen und dadurch jugendlicher bleiben. Ist Ihr Liebling wirklich gebrechlich, gönnen Sie ihm einen ruhigen Lebensabend mit all den Dingen, die ER mag.

Gerade bei Hunden, die unter Deprivation leiden, ist ein vorsichtiges Training unbedingt wichtig, in jedem Alter. Denn solche Hunde haben oft gar nichts erlebt ausser ihrem Zwinger, sie haben reichlich schlechte Erfahrungen gemacht, falls überhaupt. Diese Hunde müssen erst alles von vorne kennenlernen, wie das beim Welpen geschehen soll.

Wieso arbeiten wir ohne Druck?

Auf Ihren Druck hin - z.B. Po runterdrücken für Signal SITZ, übt der Hund natürlicherweise Gegen-Druck aus und drückt seinen Po vom Boden weg. Motivieren und nicht manipulieren Sie Ihren Hund! Ihr Hund kennt die Bewegungungen wie Sitzen oder Liegen. Und er kann diese Bewegungen besser machen, wenn er nicht mit Zwang - z.B. Ruck an der Leine, Druck auf den Po - dazu "gezwungen" wird. Ihr Hund soll lernen, wann er sich z.B. setzen soll, also auf ein Hör- oder Sichtzeichen hin. Gleiches gilt auch für die Dauer des Sitzenbleibens, nämlich bis er ein anderes Signal von Ihnen erhält. Es ist absolut unnötig und sinnlos, den Hund mit körperlicher Einwirkung zu drücken, zu schieben, mit der Leine zu rucken etc.

Solche Methoden verunsichern den Hund und stressen ihn, so, dass das Lernen nicht mehr gut klappt. Es geht auch anders, und zwar über die Motivation. Und wenn ich mit Futter arbeite, ist das doch auch gut! Bei der Ausbildung über Zwang dauert es länger, bis der Hund dann auch ohne die Hilfen (Leinenruck, Druck auf Po etc.) "gehorcht“.

Mit positiver Verstärkung ausgebildete Hunde werden mit der Zeit immer eifriger und besser, motivierter, während Strafe oder negative Verstärkung dazu führt, dass der Hund gehemmt und lustlos wird und durch den immer wiederkehrenden Stress nur noch schwer dazu lernen kann.

Soltel mein Hund nicht besser ohne Gutzi arbeiten?

Ja, klar, zwischendurch! Aber ein Hund zeigt gewünschtes Verhalten besser und häufiger, wenn es sich für ihn lohnt. Was haben Sie Ende Monat lieber: Ihr Salär oder einen Händedruck vom Chef? Alles klar?! Nehmen Sie immer genügend Goodies mit zum Spaziergang und zum Training. Gerade neue Signale/Tricks baue ich mit Futter auf. Später kann auf variable Belohung übergegangen werden - mal bekommt der Hund was, mal wieder nicht. Dann klappt es nämlich gut. Und der Hund kann so auch gleich für einen Teil des täglichen Futters arbeiten. Und nehmen Sie nicht nur ausschliesslich Trockenfutter! Versuchen Sie, wie Sie Ihren Hund am besten bestätigen. Was mag mein Hund als liebstes? Wienerli, Cervelat, Fleischkäse oder lieber Mozzarella, Emmentaler oder Trockenlunge? Testen Sie es aus... Vielleicht werfen Sie auch einmal einen Ball?

Es gibt nur sehr wenige Hunde, die Streicheln oder freundliches Zureden als eine so hochwertige Belohnung empfinden, dass sie sich auch unter grosser Ablenkung dafür anstrengen. Viele Hunde mögen keine Streicheleinheiten, ausser auf dem Sofa! Einen Hund, der den ganzen Tag im Zwinger lebt und nur kurz mal mit dem Menschen raus kommt, kann solche eine Belohnung - endlich Zuwendung - erreichen. Auch Hunde, die unter Zwang ausgebildet werden, sind schon froh, kommt ein Streicheln statt einer anderen Strafe...

Gibt es zuverlässigen Gehorsam, ohne ihn zu erzwingen?

Durch Training mit nur positiver Verstärkung kann man sehr wohl erreichen, dass der Hund zuverlässig gehorcht in verschiedensten Situationen, unter Ablenkung. Mit nur positiver Verstärkung erreichen wir viel mehr als gemischt mit Zwang/Druck. Der Hund befürchtet, für eine ungenügende Ausführung bestraft zu werden, und reagiert darauf mit Meiden oder gar Flucht. So ein Hund wird z.B. unangeleint den Rückruf seines Menschen ignorieren, nur widerwillig kommen oder gar nicht, weil er eine Strafe befürchtet. Denken Sie daran, dass unser Hund kein Befehlsempfänger ist, keinen Militärdienst absolviert, sondern liebevoll von uns ausgebildet werden will.

Dominanter Hund gleich böser Hund?

Leider setzen viele Menschen das Wort Dominanz mit Aggression gleich. Dominanz ist nichts Schlechtes und hat absolut nichts mit Aggression zu tun. Passen Sie auf, wenn sich jemand profiliert über Dominanz. Auch dann, wenn Ihr Hund einmal nicht gleich auf das erste Hörzeichen hin kommt oder sich setzt, heisst das nicht, dass Sie Ihre "Autorität" verloren haben. Der Hund ist vielleicht einfach überfordert oder körperlich überanstrengt. Das hat nichts mit Dickköpfigkeit zu tun! Hier überdenken wir nochmal unsere Anforderungen an unseren Liebling. Signale auszuführen hat auch nichts mit einer Rangordnung zu tun. Kein noch so grosser Zwang kann dem Hund befehlen, z.B. sitzen zu bleiben oder zu Ihnen zu kommen. Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie den Ruf eines Familien-Mitgliedes einfach nicht gehört haben, weil Sie grad mit der Zeitung beschäftigt sind?

Wird mein Hund draussen zum Staubsauger, wenn ich mit Leckerchen arbeite?

Nein! Ganz sicher nicht! Ausser Ihr Liebling ist bereits ein Allesfresser draussen. Wenn Sie mit Ihrem Hund mit Futter arbeiten, sind Sie immer dabei! Der Hund weiss ganz genau, was von Ihnen kommt! Ich zeige Ihnen gerne, wie Sie mit Ihrem Liebling mit Futter arbeiten können - z.B. auch Futter-Such-Spiele, Fährten-Arbeit etc.

Wieso kann eine läufige Hundin nicht teilnehmen am Gruppenkurs?

Hündinnen werden erstmals zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat läufig. Bei einigen Hündinnen tritt die erste Hitze aber auch erst mit 18 oder 24 Monaten ein. Im Durchschnitt vergehen zwischen den einzelnen Läufigkeiten sechs bis sieben Monate. Kleinere Rassen werden oft in kürzeren Abständen läufig (z.B. alle vier Monate). Mit zunehmendem Alter verlängern sich die Zwischenräume.

Zu Beginn der Läufigkeit schwillt die Vulva an und es tritt tröpfchenweise tiefdunkles Blut aus. Im Verlauf der dreiwöchigen Läufigkeit wird der blutige Ausfluss zunehmend heller und weniger. Etwa in der Mitte der Läufigkeit, also um den 10. Tag, setzt die Paarungsbereitschaft ein. Und die Rüden wissen es zuerst!

Eine läufige Hündin ist für alle Rüden - intakt oder nicht - eine grosse Ablenkung und sehr interessant! Arbeiten wird mit diesen Hunden fast unmöglich. Die Hundebuben haben in dieser Situation nur noch Augen und Ohren für die Auserwählte. Deshalb soll eine Hündin während der Läufigkeit nicht in eine gemischte Gruppe. Wir warten diese paar Wochen ab... In einer reinen "Mädchengruppe" stört eine läufige Hündin normalerweise nicht. Trotzdem kann eine Hündin in der Hitze auch auf Artgenossinnen anders als gewöhnlich (reizbarer oder aggressiver) reagieren. Auch dann würde ich in dieser für die Hündin stressige Zeit auf ein Gruppentraining verzichten.

Ich besitze einen Kampfhund oder Listenhund. Wo kann ich hin?

Ein Hund ist zuerst einmal ein Hund... Auch sog. Listenhunde sind einfach nur Hunde. Unser Liebling ist eigentlich 3 in 1: Alle diese Komponenten machen ihn aus. Es liegt in unserer Hand, welchen Anteil wir fördern oder halt auch NICHT fördern wollen. Hier setzt die gezielte, liebevolle und konsequente Erziehung an. Bei mir sind Sie auch mit einem Listenhund am richtigen Ort. Unser Hund ist 3 in 1:
Tier
Unser Hund ist ein Raub-Tier und alles andere als ein Mensch.
Hund
Unser Hund ist ein Hund mit all seinen Bedürfnissen, egal wie gross oder klein das Tier ist!
Rasse
Unser Hund gehört einer Rasse an! Jede Rasse hat oder hatte einen bestimmten "Verwendungszweck" wie jagen, Tiere hüten oder treiben etc.. Hier gilt es auch zu bedenken, wie wir unseren tierischen Freund allenfalls "zweckentfremdet" glücklich machen und sowohl geistig als auch körperlich auslasten. Denn ein gewisses genetisches Erbe kann trotzdem immer mal wieder durchscheinen...

Wieso funktioniert die Methode aus dem Fernsehen nicht?

Das ist ganz gefährlich, weil Sie ja nicht wissen, ob Ihr Hund aus den genau gleichen Gründen so reagiert, wie es der Hund am Fernsehen tat. Ist das Umfeld Ihres Hundes genau gleich wie jenes des TV-Hundes? Bitte suchen Sie sich lieber selber professionelle Hilfe, statt alles nur noch schlimmer zu machen mit einer falschen Methode! Und wie oft wird im TV mit aversiven Methoden gearbeitet und so das Vertrauen des Hundes missbraucht und kaputt gemacht?

Das Training muss individuell auf den jeweiligen Hund und sein Umfeld zugeschnitten sein. Das Training soll mit positiver Verstärkung erfolgen, also Leckerli, Spiel, Streicheleinheiten.... alles, was Ihr Hund einfach toll findet! Schläge und Leinenzerren haben bei Ihrem Liebling nichts zu suchen!

Hundetrainer am TV sind keine Kochprofis. Sie geben keine Rezepte zum Nachmachen ab!
 

 

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