Wesenstest für Hunde

In einigen Kantonen wird für Listenhunde resp. Kampfhunde ein sog. Wesens- oder Charaktertest verlangt. Die Bezeichnung Wesenstest ist weder geschützt noch genormt. Oft wird in der Schweiz der Wesenstest nach dem Niedersächsischen Hundegesetz angewandt. Der Wesenstest besteht aus der Befragung der HundehalterInnen zum eigenen Hund (Name, Geburtsdatum, Chipnummer etc).

Es folgen Fragen über die Haltungsbedingungen (Wohnung, Zwinger, Garten etc.). Man wird gefragt über den Anschaffungsgrund wie z.B. Familienhund, Wachhund, Hütehund etc.. Weiter werden allenfalls aufgetretene Unfälle oder Beissereien aufgenommen. Wie verhält sich der Hund draussen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern wie Hunde, Menschen, Verkehr allgemein, Wild etc.?

Dann folgt der praktische Test.

Der niedersächsische Wesenstest hat folgende Merkmale:

  1. Durchführung durch einen Tierarzt mit vorgeschriebener Mindestdauer der Fortbildung in Hundeverhaltenslehre
  2. Vorabtest des Hundes auf Beruhigungsmittel und Krankheiten, welche das Verhalten beeinflussen könnten
  3. vollständige Dokumentation des gesamten Testablaufs auf Video
  4. alle Testaufgaben werden mindestens zweimal durchlaufen
  5. der prüfende Tierarzt richtet zu jeder Zeit seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf einen zu prüfenden Hund
  6. gerichtsverwertbare schriftliche Dokumentation jeder Teststation mit detaillierten Angaben zum Ausdrucksverhalten des Tieres
  7. standardisierter Testablauf ohne Möglichkeit der willkürlichen Hinzufügung oder des Auslassens von Testsituationen
  8. Punktesystem zur wissenschaftlichen Auswertung der Ergebnisse

Der niedersächsische Wesenstest besteht aus den Hauptbestandteilen

  1. Hund-Mensch-Kontakt
  2. Hund-Umwelt-Kontakt
  3. Hund-Hund-Kontakt und Gehorsam

Wichtige Einzelaufgaben sind u.a. zum ersten Abschnitt:

  1. ranganmaßende Gesten (Handauflegen auf Rücken und Kopf, Umfassen des Fanges)
  2. Anstarren (Drohfixieren)
  3. Konfrontation mit mehreren Personen, die Blindenstock und Gehstock benutzen
  4. Konfrontation mit Joggern und Personen, die sich wie Betrunkene benehmen und nach Alkohol riechen
  5. Einige Personen kommen auf den Hund zu (nicht zielgerichtet) und bleiben mit Körperberührung neben ihm stehen(Fahrstuhlsituation)
  6. Eine Person liegt am Boden (oder hockt sich hin) und steht abrupt auf, als Halter und Hund den Testgang machen (Abstand 2 m).
  7. Eine Person schreit den Hund wütend an.

Zum zweiten Abschnitt gehören diese Aufgaben:

  1. Ein Regenschirm wird unmittelbar vor dem Hund aufgespannt
  2. Klingelndes Fahrrad und hupendes Auto müssen passiert werden
  3. Ein Kinderwagen mit Babygeräuschen wird vorbei geschoben
  4. Eine Testperson geht auf den Hund zu, schreit ihn an
  5. Eine Person bedroht den Hund mit einem Stock
  6. Eine Person geht mit einem brennenden Feuerzeug auf den Hund zu

Zum dritten Abschnitt gehören diese Aufgaben:

  1. Zwei Hunde passieren den Prüfling
  2. Konfrontation mit einem gleichgeschlechtlichen Hund hinter einem Zaun.
  3. Der zu prüfende Hund wird vom Halter isoliert (Sichtschutz) ca. 2 m vor dem Zaun angebunden und mit einem gleichgeschlechtlichen Hund konfrontiert.
  4. Der vierte Abschnitt der Prüfungsaufgaben enthält als Prüfsituationen verschiedene alltägliche Aufgaben, wie das Rufen des Hundes aus dem Freilauf, das Ausführen der Kommandos „Sitz“ und „Platz“ und das Ausgeben eines Spielzeugs (Ball) auf Kommando.

Diese Aufzählung von Aufgaben stellt nur einen Ausschnitt aus dem mehrstündigen niedersächsischen Wesenstest dar.

Quelle: Wikipedia

Meist ist es schon zu Beschädigungen oder mindestens zu groben Auffälligkeiten gekommen, sonst würden Sie nicht zum Test aufgeboten. Die Weggabe des Tieres hängt am seidenen Faden. Und vielleicht haben Sie das Vertrauen in Ihren tierischen Freund bereits verloren. So weit muss es nicht kommen! Ihre Verhaltenstherapeutin weiss, wie Sie sich fühlen!

Die Hundeschule Manuela Albrecht begleitet Sie und Ihren Schützling hin zum Wesenstest. Wir bereiten uns vor an verschiedenen Orten mit vielen verschiedenen Reizen wie Menschen, Hunden, Verkehrsteilnehmern etc. Die Übungen sind für alle Hunde geeignet. Ich selber baue immer mal wieder eine ins Basis-Training z.B. beim Welpenkindergarten oder beim Familienhunden ein. Und dabei fällt mir auf: dass z.B. so ein Alltagstraining sich auch für (alle) andere(n) Hunde (kleine und grosse Aufschneider, Angst- und Wadenbeisser etc.) anbietet. Weshalb sollen das nur die grossen "gefährlichen" Hunde können? Jeder Hund kann sich seiner Umwelt mehr oder weniger anpassen.

Ich begleite Sie und Ihren Schützling auf dem Weg zurück zum vertrauensvollen Umgang miteinander! Wir bieten dem Tier neue Verhaltensweisen, damit Aggression, Angst, und anderes unschönes Verhalten bald Vergessenheit sind mit einer Verhaltenstherapie. Kontaktieren Sie mich, ich freue mich!

 

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